Nachdem ich das Gefühl hatte, 2015 ein echt mieses Jahr gehabt zu haben, habe ich mir eine Glücksmomentebox für 2016 gemacht. Und jeden einzelnen – für mich empfundenen – Glücksmoment notiert. Manchmal mit Datum – manche ohne Datum. Während ich mir somit auch jeden Moment selber bewusst gemacht habe musste ich auch feststellen, dass es ganz schön viele kleinere und auch größere Glücksmomente gab.

Die Box war nicht durchsichtig. Und ich konnte auch nur die beschriebenen Zettel hineinstecken. Nicht aber wieder herausholen. Just one way.

Nun ist es mal an der Zeit, die Box zu öffnen und zu sehen, was mich alles so erfreut hat. Dies ging nicht, ohne sie komplett zu zerstören. Macht ja nichts. 2016 ist eh vorbei.

Ich weiß, dass es auch Momente gab, die ich gar nicht notiert habe. Sprich es gab echt mehr Momente, als die Zettel zeigen.

Nun sitze ich hier und lese mir jeden einzelnen Zettel in Ruhe durch. Schon kommen Erinnerungen hoch, die mich lächeln lassen. Ja, stimmt ja, das war ja auch. .  Und hier: Einfach mal frühstücken gegangen. . .Ach ja, das haben wir ja auch gemacht. . .Stimmt, das ist auch gewesen….So viele Momente, die im Alltag einfach untergehen.

Es gibt so viele kleine Momente, die unser Herz aufgehen lassen. Die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Momente, die uns für einen kurzen Augenblick inne halten lassen. Die uns gut tun. Unsere Seele streicheln. All diese Momente bekommen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Einfach nur weil wir doch keine Zeit haben. Keine Zeit, zuzuhören, weil das, was wir selber zu sagen haben doch viel wichtiger ist. Keine Zeit, in Ruhe zu essen, weil das Handy wieder Töne von sich gibt. Wir nehmen uns immer so viel vor, wir versuchen immer wieder, es Anderen Recht zu machen. Doch was bringt uns das, wenn wir selber dabei auf der Strecke bleiben? Uns und den anderen bringt es rein gar nichts.

Ich hatte einer Kollegin von dieser Glücksmomentebox berichtet. Einfach mal so. Vor Kurzem sagte sie mir, sie hätte daraufhin auch dieses Projekt für eine Zeit lang gemacht. Ich war erstaunt. Freute mich aber auch darüber, jemanden inspiriert zu haben. Sie sagte, das war eine richtig gute Idee. Sie wurde sich der schönen Momente im Alltag wieder viel mehr bewusst und auch ihr ging es so, als sie die Zettel wieder in die Hand nahm: es kamen die Erinnerungen wieder. Erinnerungen an die kleinen aber feinen, glücklichen Momente. Im Alltag.